Von „keine Ahnung“ zur Begeisterung: Daniel Hermann über unerwartete Wege in der Vermessung und Gleisvermessung
Daniel Hermann ist seit Dezember 2023 fest bei GI-CONSULT in Berlin angestellt und arbeitet im Team Innovationsmanagement. Im Interview erzählt der 31-jährige Vermessungsingenieur, wie ihn seine Leidenschaft für Daten und fürs Bahnfahren zur Gleisvermessung führte und warum er heute mit Machine Learning und intelligenten Softwarelösungen dafür sorgt, dass Vermessungsdaten effizienter und präziser werden.
Wie bist du zu GI-CONSULT gekommen?
Meine erste Berührung mit GI-CONSULT hatte ich schon 2018, als ich für sechs Monate zwischen Bachelor und Master hier gearbeitet habe. Nach meinem Master 2021 war ich bei einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbVI) tätig, aber das war für mich nicht herausfordernd genug. Ich habe dann eine sechsmonatige Data Science Fortbildung gemacht. Das hat mich gepackt. Als GI-CONSULT mich später über LinkedIn ansprach, war innerhalb von einem Tag klar, dass ich dabei bin.
Vom Vermessungsstudium zur Gleisvermessung: Gibt es ein Schlüsselerlebnis?
Ehrlich gesagt habe ich mich für Berlin entschieden und nicht für das Studium. Ich bin einfach nach Berlin gezogen und habe mich dann für irgendwas eingeschrieben. Ursprünglich dachte ich, dass Vermessung irgendwas mit Zeitmessung zu tun hat. Ich hatte gar keine Ahnung. In meinem ersten Praktikum habe ich dann eine Leidenschaft für die Vermessungstechnik entwickelt, als ich besser verstehen konnte, worum es geht. Zur Gleisvermessung kam ich 2018 durch meine Bewerbung bei GI-CONSULT, einfach weil ich gerne Bahn fahre und mir gedacht habe, dass Gleisvermessung eine komplexere Geometrie und komplexere Aufgabenstellung bietet.
KI in der Vermessung: Was genau machst du?
Im Prinzip arbeite ich daran, Vermessungsdaten nutzbarer und effizienter zu machen. Dafür entwickle ich kleine Softwarelösungen, die Prozesse automatisieren oder vereinfachen. Zum Beispiel habe ich ein Matching programmiert, das Trajektorien so aufeinander abstimmt, dass Punktwolken millimetergenau zusammenpassen. Außerdem habe ich eine KI zur Bilderkennung gebaut, die automatisch verschiedene Masttypen entlang der Strecke klassifiziert. Im Grunde versuche ich mit smarten Tools den Alltag in der Gleisvermessung ein Stück einfacher und präziser zu gestalten.
Welches Gleisvermessungsprojekt hat dir bisher am meisten Freude bereitet und warum?
Definitiv das Matching von MX9-Trajektorien. Ohne dieses Matching hätten wir große Probleme, die geforderten Genauigkeiten einzuhalten. Das Endergebnis ist einfach schön, wenn die unterschiedlichen Punktwolken miteinander verschmelzen und ein präzises Gesamtbild ergeben. Es ist diese Verbindung aus mathematischer Komplexität und visuell beeindruckendem Ergebnis, die mich daran so fasziniert.
Herausforderungen in der modernen Gleisvermessung
Die größte Herausforderung ist, am Zahn der Zeit zu bleiben. Was ich vor drei Jahren im Bereich Data Science gelernt habe, ist heute teilweise schon veraltet. Die Technologie entwickelt sich rasant weiter, und man muss kontinuierlich dranbleiben, sich weiterbilden und neue Methoden adaptieren.
Was fasziniert dich an der Vermessungstechnik besonders?
Es ist die Mischung, die mich begeistert. Auf der einen Seite steht die handwerkliche Arbeit, die Datenerfassung über moderne Erfassungsmethoden. Auf der anderen Seite deren Verarbeitung mit hochmodernen Machine Learning Methoden. Diese Kombination aus Tradition und Innovation macht für mich den besonderen Reiz aus.
Wenn du eine Superkraft für deinen Beruf wählen könntest, welche wäre das?
Ich würde gerne Probleme erkennen, bevor sie überhaupt auftreten, und dann sofort die passende Lösung parat haben.
Zukunft der Gleisvermessung: Wohin geht die Reise?
Immer digitaler, vernetzter und datengetriebener, aber mit der gleichen Leidenschaft für Präzision.
Wie sieht ein typischer Feierabend bei dir aus? Hast du Hobbys, die einen Ausgleich zu deiner Arbeit mit Genauigkeiten bieten?
Ich koche gerne, spiele Schach, Poker oder Gesellschaftsspiele, treibe Sport und gehe auch gerne feiern. Was mir darüber hinaus wichtig ist: Ich engagiere mich ehrenamtlich für die Initiative Gemeinsam für Vielfalt, um etwas gegen den Rechtsruck im Land beizutragen.
Karriere in der Vermessung: Dein Rat für Berufseinsteiger
Probiert aus, was euch Spaß macht, und versucht das in eure Arbeit zu integrieren. Die Vermessung hat sehr viel zu bieten, was nicht offensichtlich ist. Es geht um Praxis, Technik, Mathematik und Teamarbeit. Die Bandbreite ist enorm, und genau das macht diesen Beruf so spannend – egal ob Ausbildung zum Vermessungstechniker oder Studium der Geodäsie.
Danke für das schöne Schlusswort, Daniel!
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