Wie ein Kumpel ihn zur Vermessung brachte und warum das Miteinander auf der Baustelle so großartig ist – Nils Braatz ist 42 Jahre alt, lebt in Berlin und hat 2005 seine Ausbildung als Vermessungstechniker bei GI-CONSULT absolviert. Nach einigen Jahren bei anderen Büros kehrte er 2012 zurück und arbeitet seitdem im Außendienst für das Büro Berlin. Er ist ledig und hat eine 14-jährige Tochter. Neben der Arbeit macht er gern Sport, geht mit seinem Kollegen Martin Kath zum Fußball oder unterstützt seine Tochter bei ihren Wettkämpfen. Sie ist erfolgreiche Skaterin.
Nils, wie bist du zur Vermessung gekommen?
Ehrlich gesagt wusste ich in der Schule noch nicht so genau, was ich werden möchte. Ich hatte mit dem Abi angefangen, wollte dann aber lieber arbeiten. Einer meiner Kumpel war Vermesser im Katasteramt und hat mir erzählt, dass das ein echt schöner Beruf ist mit toller Technik, bei dem man draußen und drinnen arbeiten kann. Das klang für mich gut und so bin ich zur Vermessung gekommen.
Du bist viel im Außendienst unterwegs. Was sehen die Leute im Büro nicht?
Wenn man draußen im Außendienst in der Vermessung arbeitet, gibt es immer wieder neue Schönheiten zu sehen. Sonnenaufgänge über den Feldern, Wiesen mit Kühen oder Deiche mit Schafen. Das Bild auf der Startseite der Website habe ich zum Beispiel in Husum geschossen. Vor allem die Baustellen machen richtig Spaß, weil der Zusammenhalt zwischen den Firmen, Auftraggeber*innen und allen anderen einfach großartig ist. Der Staub, der aufgewirbelt wird, die ganze Atmosphäre einer Baustelle und dass da etwas Neues entsteht, das macht die Arbeit als Vermessungstechniker im Außendienst so besonders.
Das klingt großartig. Wie sieht so ein typischer Tag bei dir draußen aus?
Morgens geht es oft sehr früh los. Erstmal ein Kaffee im Büro Berlin, während dessen gibt es eine Besprechung mit den Projektleiter*innen, bevor ich rausfahre in den Außendienst. Ich bin meistens alleine unterwegs, manchmal aber auch mit einem Azubi oder einer weiteren Person zum Nivellieren. Auf der Baustelle werden dann die Punkte abgesteckt und vermessen, je nachdem, was das Projekt gerade braucht. Danach geht es nach Hause und wenn meine Tochter bei mir ist, hole ich sie vom Training ab.
Was war dein kuriosester Fund oder deine ungewöhnlichste Begegnung bei der Arbeit?
Mit Tieren erlebt man im Außendienst manchmal echt spannende Sachen. Bei einem Projekt haben wir einen riesigen Kaninchenhang gesehen, das war schon beeindruckend. Bei einer anderen Gelegenheit mussten wir eine halbe Stunde stillstehen, weil eine große Horde Wildschweine um uns herumgelaufen ist. Auf der Dresdner Bahn in Berlin gab es einen Baustellenfuchs, der hat meinen Eimer umgeworfen und einen Lappen geklaut. Sowas vergisst man nicht.
Was schätzt du an der Arbeit als Vermesser am meisten?
Ich schätze besonders, dass kein Tag wie der andere ist und es nie langweilig wird in der Vermessung, besonders nicht im Außendienst. Mal fehlen Messdaten oder es gibt andere Schwierigkeiten und man muss kreativ werden, es gibt unterschiedliche Aufgaben und immer neue Herausforderungen. Aber was ich wirklich schätze, ist das Miteinander und die persönlichen Kontakte zu den Menschen. Auch wenn ich gerne allein und draußen im Außendienst arbeite, kann ich mir gut vorstellen, mich in Zukunft zu verändern, vielleicht als Projektbearbeiter oder Projektleiter im Büro. Ich lerne gerne dazu und möchte mich weiterentwickeln.
Wenn du mal zurückdenkst, welches Projekt ist dir besonders in Erinnerung geblieben und warum?
Da gibt es zwei Bahnprojekte, die mir besonders gut gefallen haben: ABS Berlin-Dresden 2016/2017 und die Dresdner Bahn, die gerade geendet hat. Bei beiden konnte ich sehen, wie da etwas völlig Neues entstanden ist. Das ist einfach faszinierend, diesen Prozess im Außendienst mitzuerleben. Das macht die Vermessung so spannend.
Was würdest du jemandem mitgeben, der neu zu GI-CONSULT kommt und im Außendienst anfängt?
Mein Rat wäre: Geht raus, habt Spaß und schaut über den Tellerrand hinaus! Aber lauft nicht planlos durch die Welt, sondern haltet kurz inne und fragt euch: Was mache ich hier eigentlich und wofür? Wichtig ist, dass ihr Spaß habt und eine Liebe für die Arbeit in euch entdeckt, denn dann macht es richtig Freude. Learning by doing, selber probieren und auch mal Fehler machen, das gehört dazu. Wenn ihr das macht, könnt ihr auch andere unterstützen und weiterbringen.
Danke, Nils, für die spannenden Einblicke in deine Arbeit als Vermesser!
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